Fasciitis Plantaris

Frage von STB Leichtathletik Runner:

Ich kämpfe seit ca. fünfeinhalb Monaten gegen eine Fasciitis Plantaris, wie man mir diagnostiziert hat. Meine verwendeten Massnahmen sind bisher (der Reihe nach) tapen, Physiotherapie mit dryneedling, Stosswellentherapie kombiniert mit Einlagen (Einlagen seit zwei Monaten), immer dehnen, praktisch kein Laufsport mehr (seit vier Monaten) dafür «motiviertes» mountainbiken (ist kein Problem). Für dreiviertel Stunden Laufen dagegen, muss ich ein oder zwei Tage später büssen. Nach dem ersten Physiotermin waren 90 Minuten Asphalt-Laufen kein Problem, musste bloss das Tape wieder neu ankleben. Gibt es noch irgendeinen Trick das verhaltensauffällige Leiden los zu werden?

Antwort von Dr. med. Sibylle Matter, medbase:

Die Fasciitis Plantaris ist (leider) oft ein langwieriges Problem. Du hast bereits viele Therapien versucht, die manchmal helfen. Wichtig wäre noch, die Ursache für die Probleme herauszufinden, damit es auch nach erfolgreicher Therapie nicht wieder zum selben Problem kommt. Ergänzend zur bisherigen Therapie kann ich dir noch zwei Sachen empfehlen. Manchmal hilft eine Nachtschiene (sogenannte Dorsal Lift), welche die Position des Fusses über Nacht im rechten Winkel hält. Dadurch wird die plantare Faszie leicht gedehnt und muss am Morgen nicht wieder aufgedehnt werden. Bei Spitzensportlern wird manchmal auch eine lokale Injektion mit Eigenblut (z.B. ACP oder PRP; KEIN Dopingvergehen) gemacht. Die aktuelle Studienlage kann zwar insgesamt keine eindeutige positive Wirkung aufzeigen. Manchmal hilft es aber trotzdem. Wenn es trotz allem nach mind. 12 Monaten Therapie nicht besser ist, bleibt manchmal nur noch eine operative Therapie. Doch auch da ist die Prognose unsicher, da man mit der Operation die Sehne ja auch nicht flicken kann, sondern nur lokal etwas Gewebe entfernen, oder den Ansatz teilweise ablösen kann.