Burgdorfer Stadtlauf 2019

Obwohl sich im Vergleich zum Chäsitzerlouf am Burgdorfer Stadtlauf bedeutend weniger STB-Running-Läufer einfanden, entpuppte sich der vielseitige Stadtlauf im Herzen des Emmentals als eines der absoluten Highlights des diesjährigen STB-Running-Cup-Kalenders. Wer den Sprung aus der Stadtberner Komfortzone wagte, wurde mit einer spannenden Herausforderung konfrontiert. Der Burgdorfer Stadtlauf ist nämlich kein gewöhnlicher 10-km-Lauf. Die Runde von der Altstadt in Richtung Kronenplatz, dann hinunter in die Unterstadt und zurück ist zwei Mal zu absolvieren.

Zahlreiche Steigungen und Richtungswechsel sind zu bewältigen, dies abwechselnd auf den rutschigen Altstadtpflastern und dem Strassenbelag in der Unterstadt. Die vielen Richtungsänderungen und coupierten Streckenabschnitte lassen es kaum zu, mittelfristig ein konstantes Tempo aufzunehmen. Es handelt sich somit um einen der langsamsten 10-km-Läufe in unseren Breitengraden. Als Burgdorf-Connaisseur wusste ich bereits, welche beiden Highlights der Stadtlauf ebenfalls noch für uns bereithält: in der Unterstadt durchquert man die belebte B5-Bar des Hotels Berchtold - wie genial! Und als krönender Abschluss erwartet einen der klassische Aufstieg aufs Schloss Burgdorf hinauf, der im Läufer- und Datasport-Jargon besser als Schlosssprint bekannt ist. 100 Franken waren je für den Schnellsten und die Schnellste des Schlosssprints ausgeschrieben. Nach meinem 13. Rang bei der letztjährigen Ausgabe setzte ich mir diesmal das Ziel, die Top 10 zu knacken, was mir in Anbetracht meiner Fortschritte und aufgrund der Startliste realistisch schien. Doch wie schon beim Thuner Stadtlauf vor drei Wochen gab es diverse Express-Nachmeldungen und ich unterschätzte, wie viele bärenstarke Nachwuchsathleten sich mit Schmackes auf die Strecke wagten. Ich musste folglich unterwegs leider etwas mehr als eine Handvoll Läufer an mir vorbeiziehen lassen. Das war ernüchternd, dennoch versuchte ich, dran zu bleiben und den einen Läufer hinter mir in der zweiten Runde knapp auf Distanz zu halten, was mir bis zum letzten Kilometer auch gelang. Ab dem letzten Kilometer mobilisierte ich ich meine letzten Energiereserven und distanzierte mich von meinem Verfolger. Beim letzten Rencontre mit der Schmiedengasse, unmittelbar vor dem Schlosssprint, feuerte ich mich selbst an, um dann sogar noch den Läufer vor mir, Philipp Leibundgut, anzugreifen, den ich am GP Bern dieses Jahres über 16 km mit zwei Minuten Vorsprung noch klipp und klar in die Schranken gewiesen hatte. Trotz eines gesamthaft für mich eher unbefriedigenden Rennverlaufs konnte ich hier ein eindrückliches Zeugnis meiner gereiften mentalen Stärke ablegen. Frei nach dem Motto "Nach mir die Sintflut" erklomm ich tiffig den ultrasteilen Aufstieg bis zum Schloss und distanzierte Leibundgut gar noch um 11 Sekunden. Mit Platz 6 der Schlosssprint-Wertung konnte ich gar einen kleinen Achtungserfolg verbuchen. Meine Lauf-Gesamtzeit von 37:56, womit ich mich im Vergleich zum Vorjahr gleichwohl um 25 Sekunden zu verbessern vermochte, ist trotz Schlussrang 18 ganz okay und lässt nicht erahnen, dass der Rennverlauf für mich alles andere als optimal gewesen war. Sehr erfreulich sind die drei Kategorien-Podestplätze, die sich der STB an diesem Tag sicherte. In der Kategorie W50 standen gleich drei STB-Frauen auf dem Podest: Anne Olesen auf dem obersten Treppchen wurde von Anne Müller und Rita Portner flankiert - herausragend! Herzliche Gratulation! Doch wie üblich steht der STBRunningCUP für viel mehr als irgendwelche Zahlen. Das einheitliche Auftreten als STB-Team, das gemeinsame Aufwärmen, das gegenseitige Anfeuern und das gemeinsame Feiern der Podestplätze am Ende sind essentieller Bestandteil dieses Konzepts, bei dem der Team-Spirit und das Vergnügen sehr zum Tragen kommen. Weiter geht's am 20. Oktober in Bremgarten! Die Running-A-Abteilung (Gruppe 1-3) hinkt im Übrigen in Sachen Teilnehmerzahlen wie schon 2018 weiter bedeutsam hinterher - meldet euch also zahlreich für die letzten beiden Läufe in Bremgarten und Wabern an! It's absolutely worth it!

 

 

Rangliste

Zwischenrangliste

 

 

 

Text: Niccolo von Siebenthal